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Adelboden: Ein schneeweißer Wintertraum

TschentenAlp.

Wir stehen am Berner Bahnhof. Eine erlebnisreiche Zeit in der winterlichen Bundesstadt und im verschneiten Emmental liegt hinter uns. Es ist 10:39 Uhr. Gleis 3. Der Regional Express Richtung Brig rollt pünktlich aus dem Bahnhof, um uns zu unserem nächsten Ziel zu bringen: Es geht ins Berner Oberland, nach Adelboden.

Die Schweiz – Das pünktliche Paradies

Wenn man in Deutschland erzählt, dass man gerne mit dem Zug unterwegs ist, erntet man schnell skeptische Blicke. Zugige Bahnhofshallen. Verspätete Züge. Kaputte Klimaanlagen. Wie kann man das gut finden?

Steigt man bei unseren eidgenössischen Nachbarn in die Eisenbahn, so lässt man Szenarien, wie die oben genannten, weit hinter sich. Bahnfahren in der Schweiz bedeutet Pünktlichkeit, Gemütlichkeit und wunderschöne Alpenlandschaften. Es ist wie ein gutes Kinoprogramm: Man kauft sich Karten, steigt ein und der Film startet. Die Faszination beginnt ab der ersten Minute. Bunte Häuser, blaue Seen, rauschende Bäche, friedliche Täler und schneebedeckte Berge bilden das Panorama.

Auf der Strecke Bern - Frutigen kommen wir am schönen Thuner See vorbei.

Auf der Strecke Bern – Frutigen kommen wir am schönen Thuner See vorbei.

 

Swiss Travel Pass

Wir sind während unseres Schweiz-Aufenthalts mit dem Swiss Travel Pass unterwegs. Der Swiss Travel Pass berechtigt zur freien Fahrt mit Bahn, Bus und Schiff inkl. Panoramastrecken (zzgl. Zuschlag und Platzreservierung) sowie öffentlicher Verkehrsmittel in 75 Städten. 50% Ermäßigung bei den meisten Bergbahnen und freier Eintritt in über 480 Museen. Wir haben den Swiss Travel Pass Flex. Er ist – je nachdem, welche Variante man bucht – an 3, 4, 8 oder 15 frei wählbaren Tagen innerhalb eines Monats gültig. Alle Informationen sind unter www.swisstravelsystem.ch zu finden.

 

 

In Frutigen angekommen steigen wir in den Bus nach Adelboden um. Alles ist bestens organisiert – der Bus hat einen großen Anhänger, in dem Koffer und Skiausrüstungen der Fahrgäste verstaut werden.

Die Gesamtfahrzeit von Bern nach Adelboden dauert ca. 1 ½ Stunden.

Hello Adelboden – Dorfführung In Adelboden angekommen, treffen wir die Touristenführerin Frau Minder, die uns als gebürtige Adelbodnerin ihr Bergdorf vorstellt. Adelboden liegt auf 1.350 Metern Höhe im Westen des Berner Oberlandes und hat 3.600 Einwohner.

Der Tourismus in Adelboden begann im Jahre 1873 mit dem Bau der ersten Fremdenpension. Zunächst kamen nur Sommergäste in den Ort. Das änderte sich 1901. Der Wintertourismus eroberte Adelboden und mit ihm wuchs die Bevölkerung. Zuvor lebten die Menschen in Adelboden ausschließlich von Viehzucht und Milchwirtschaft. Heute gibt es in dem kleinen Ort 28 Hotels und zahlreiche Ferienwohnungen und Chalets.

Trotzdem hat Adelboden seinen authentischen Charakter nicht verloren. Es gibt schöne alte Holzhäuser zu bewundern, deren Fassaden liebevoll mit Blumen und Sprüchen verziert sind. „Anno 1776“ prangt an einem der ältesten Häuser des Dorfes.

 

Die TschentenAlp

Nachtschlitteln & Schweizerdeutsch

Für den Abend sind wir zum Nachtschlitteln eingeladen. Schlitteln, wieder so ein Schweizer Wort, bei dem man als Hochdeutscher erst einmal überlegen muss. Obwohl die Herleitung recht einfach ist. Schlitteln kommt von „Schlitten“ und bedeutet schlichtweg „Schlitten fahren“. Wenn er das nachts bzw. abends tut, dann spricht der Schweizer vom Nachtschlitteln. Ganz einfach dieses Schweizerdeutsch – könnte man zumindest denken.

Ganz so einfach ist die Sache aber nicht. Unterhalten sich zwei Schweizer miteinander, so muss der danebenstehende gemeine Deutsche schnell kapitulieren und sich eingestehen, dass er bei einem Gespräch zwischen zwei Chinesen wahrscheinlich genauso viel verstehen würde, nämlich nichts. Bis zu diesem Moment der Erkenntnis bildet er sich gerne das Gegenteil ein. Ein Schweizer erzählte uns, dass er in Berlin – beim Versuch möglichst perfektes Hochdeutsch zu sprechen – in strahlende deutsche Gesichter von Menschen blickte, die sich in diesem Moment sicher waren, Schweizerdeutsch verstehen zu können.

Doch zurück zum Nachtschlitteln. Mit der Gondel fahren wir auf die TschentenAlp – den Hausberg Adelbodens. Oben angekommen mieten wir uns Schlitten und schon kann es losgehen. Die beleuchtete Schlittelbahn ist perfekt präpariert und eine gute Mischung aus geraden Abschnitten, auf denen man richtig in Fahrt kommen kann, sowie Kurven, die ein wenig Geschick vom Fahrer fordern. Eine Abfahrt dauert ca. 10 Minuten und macht riesigen Spaß. Am Ende der Piste steht ein Sessellift, der uns wieder nach oben bringt.

Mit solch schönen Anblicken werden wir beim Nachtschlitteln belohnt.

Mit solch schönen Anblicken werden wir beim Nachtschlitteln belohnt.

Wine & Dine im Restaurant TschentenAlp

Nach unzähligen Abfahrten kehren wir mit roten Wangen im Restaurant TschentenAlp ein. Schlitteln macht hungrig. Wir bestellen uns einen Drink und gehen zum Apéro auf die Restaurant-Terrasse. Die abendliche Stimmung mündet in einer weiten Stille: Ein Feuer knistert leise, die Luft ist frisch und man kann richtig durchatmen. Blickt man hinunter ins Tal, so fühlt man sich hier oben weit weg – von da unten und dem Rest der Welt. Es ist dieses einmalige Gefühl, das nur der kennt, der schon einmal so hoch in den Bergen gestanden hat.

Abendliche Stimmung auf der TschentenAlp.

Abendliche Stimmung auf der TschentenAlp.

Im futuristischen TschentenDrom gibt es Drinks und Après-Ski Hits.

Im futuristischen TschentenDrom gibt es Drinks und Après-Ski Hits.

Im Restaurant gibt es alles, was das Wintersportlerherz begehrt: Klassisches Käsefondue, aber auch zarte Filetstücke stehen zur Auswahl. Es gibt sogar – ganz exklusiv – ein eigenes Bier: Das Tschentenbier.

 

Um 21.30 Uhr geht es mit der letzten Gondel zurück ins Tal. Adelboden rückt näher und die kleinen Dorflichter werden mit jedem zurück gelegten Meter größer und funkeln heller.

Die Engstligenalp

Am nächsten Morgen geht es für uns bei strahlendem Sonnschein wieder hoch hinaus. Uns erwartet ein wahres Winterparadies: Die auf ca. 2.000 Metern Höhe liegende Engstligenalp ist die größte Hochebene der westlichen Schweizer Alpen und hat dadurch auch die längste Saison: Sie ist bis Anfang Mai zum Skifahren geöffnet. Erfüllt werden hier nahezu alle Wünsche, die das Herz eines Winterliebhabers höher schlagen lassen:

Skigebiet: Schneesicherstes Skigebiet der Region mit breiten Pisten aller Schwierigkeitsgrade. Die Skisaison geht bis Anfang Mai.

Snowtubing: Beim Snowtubing rodelt man auf Gummireifen – rasant oder gemütlich – den Berg hinunter.

Winterwandern: Der idyllische Spazierweg (5,5 km über die einzigartige, flache, Hochebene – einfach begehbar für jedermann.

Schneeschuhwanderung: Beim Schneeschuhwandern heißt es: Abdrücke in den Tiefschnee legen.

Langlauf: 8 km Langlaufloipe klassisch oder skating. Perfekt für ein Höhentraining oder eine gemütliche Runde.

Eisklettern: Eiskletterrouten mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden bilden den eindrücklichen Eisklettergarten.

Gastronomie: Fondue im Iglu, Schweizer Küche mit einem touch american life im Berghaus Bärtschi oder doch lieber ein Drink in den Liegestühlen der Après-Ski-Bar? Es warten viele Locations und sogar ein Berghotel darauf entdeckt zu werden.

Oben angekommen, fühlt man sich wie in einer anderen Welt. Die Aussicht ist atemberaubend und fesselnd. Die Sonne strahlt. Der Schnee glitzert. Die kleinen Wolken am Himmel wirken wie Zuckerwatte. Es ist ruhig. Schnee und Berge dämmen jedes Geräusch. Funkelnde Schneekristalle rieseln von unseren Schneeschuhen. Wir erblicken in der unberührten Weite zwei Ponys im Schnee, die das muntere Treiben genauso beobachten wie wir: Kinder im Schneekarussell. Skifahrer. Wanderer. Knallbunte Jacken und Skihosen leuchten in der weißen Winterwelt.

Wir brauchen einen Moment, um all die Schönheit, die uns hier erwartet, zu erfassen. Dann machen wir uns auf den Weg, diese schönen Momente in Bildern festzuhalten:

 

 

Die Wintersaison auf der Engstligenalp geht bis Anfang Mai. Ein Vergnügen, das man sich nicht entgehen lassen sollte.

Skifahren in Adelboden

An unserem letzten Tag in Adelboden geht es auf die Skipiste. Finally.

Das Skigebiet Adelboden-Lenk zählt zu den Top 3 Skigebieten der Schweiz. 210 km toppräparierte Pisten mit 72 Transportanlagen warten auf Anfänger und Profis.

Auf den Brettern, die hier die Welt bedeuten, wollen wir heute dieses Skigebiet erobern. Zumindest einen kleinen Teil, den wir uns als Anfänger zutrauen. Wir haben vor Jahren das letzte Mal auf Skiern gestanden, deshalb muss ein Profi her. Der junge Brite Elliott Stout, Skilehrer der Adelbodner Skischule, stellt sich der Aufgabe: Zwei German Ladies die nötige Sicherheit auf Skiern wiedervermitteln.

Elliott holt uns morgens im Hotel ab. Bei der Anfahrt zur Bergstation Oey kündigt er Sonnenschein und ideale Bedingungen für’s Skifahren an.

Liegt es an unserem Karma, dass wir schon wieder grandioseste Wetterverhältnisse haben? Doch wir erfahren, dass Adelboden aufgrund der Lage – auch ohne unser Karma – mit vielen Sonnenstunden gesegnet ist.

 

An einem Vormittag wird man nicht zum Profi-Skifahrer ausgebildet, aber für ein paar erste Gehversuche unter fachkundiger Anweisung und den Genuss der Bergwelt reicht die Zeit.

Goodbye Adelboden

Die alpine Welt in Adelboden ist genau das, wonach man sich sehnt, wenn man Abstand möchte. Abstand vom Alltag. Abstand vom Job. Abstand von allem. Adelboden hat ein traumhaftes Skigebiet und ist gleichzeitig ein authentisches Dorf. Nicht zu überlaufen, bergfrisch und winterlich. Man schnappe sich seinen Lieblingsmenschen und auf ins Winterparadies. Die Schweiz gilt als teuer, aber was wir in Adelboden erlebt haben, ist unbezahlbar.

Adelboden: Bergfrisch und authentisch.

Adelboden: Bergfrisch und authentisch.

Die Rückreise

Mit vielen schönen Erinnerungen verlassen wir Adelboden und reisen via Frutigen zum Flughafen Bern-Belp, um von dort aus in unsere Heimatstadt Köln zurückzufliegen.

Der Rückflug mit SkyWork Airlines

Der Flughafen Bern-Belp ist ein kleiner Airport und das genau ist seine Stärke. Muss man auf internationalen Flughäfen kilometerlange Strecken zu Fuß zurücklegen, ewig am Check-in und an den Sicherheitskontrollen warten, so ist man in Bern 45 Minuten vor Abflug – mit Aufgabegepäck – noch gut in der Zeit. Und da Zeit eines unserer höchsten Güter ist, wird der kleine Flughafen in der Region sehr geschätzt.

Contact & Information

TschentenAlp: www.tschentenalp.ch

Engstligenalp: www.engstligenalp.ch

Top Tipp für Skifahrer: Die Engstligenalp ist bis Anfang Mai zum Skifahren geöffnet und hat damit die längste Saison.

Skischule Adelboden: www.skischule-adelboden.ch

Sleeping – unser Hotel in Adelboden

****SUPERIOR HOTEL

The Cambrian Adelboden: www.thecambrianadelboden.com/de

In der malerischen Landschaft der Schweizer Alpen gelegen und mit einem atemberaubenden Bergpanorama zu allen Seiten ist das „The Cambrian“ der Zufluchtsort, an den sich termingeplagte Menschen in aller Welt sehnen, wenn sie sich am Schreibtisch ihren Tagträumen hingeben. Alpiner Schick leicht gelebt. Das Highlight: Der Infinitypool im Außenbereich mit einzigartigem Blick auf die wunderschöne Adelbodner Bergwelt.

An- und Abreise

SkyWork Airlines: www.flyskywork.com/de/

Swiss Travel System: www.swisstravelsystem.ch

Schweizerische Bundesbahnen: www.sbb.ch

Alle Informationen zu Adelboden gibt es hier: www.adelboden.ch.

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