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Zarte Wintermelancholie in Bern

Bern Zytglogge

Schneeflockengestöber und weiße Winterlandschaften? Davon können wir in Köln nur träumen. Doch wenn der Winter nicht zu uns kommt, dann kommen wir eben zum Winter. Dass man vom Flughafen Köln/Bonn in einer guten Stunde mitten in den Schweizer Alpen landen kann, ist ein echter Geheimtipp: Die Schweizer Fluggesellschaft SkyWork Airlines fliegt 6 x wöchentlich von Köln/Bonn nach Bern. Als wir davon erfahren steht fest: Das müssen wir ausprobieren.

Die Anreise nach Bern mit SkyWork Airlines

Einige Tage später ist es so weit: Die Koffer sind vollgepackt mit Wintersachen und wir sind bereit für den Abflug nach Bern.

 

Das Boarding ist entspannt, obwohl der Flug fast ausgebucht ist. Wie das geht? Ganz einfach: Wir fliegen mit einer Turboprop Dornier 328. Eine Propellermaschine mit nur 31 Plätzen.

In der Maschine ist es bequem und gemütlich. Durch die überschaubare Anzahl an Passagieren ist die Atmosphäre an Bord recht privat. Auf der rechten Seite ist jeweils ein Einzelplatz, auf der linken Seite sind je zwei Plätze nebeneinander (von vorne aus betrachtet).

Nach einer Stunde und zehn Minuten Flugzeit erreichen wir den Flughafen Bern-Belp. Wer das erste Mal hier landet, der ist fasziniert. Man schnappt sich sein Handgepäck, steigt aus, geht ein paar Meter, erreicht die Gepäckausgabe, hält nach wenigen Minuten seinen Koffer in der Hand und steht dann nach einer weiteren Minute vor der Tür des Flughafens. Wow. Das ist Bern-Belp. Klein, aber fein.

Klein, aber fein: Der Flughafen Bern-Belp.

Klein, aber fein: Der Flughafen Bern-Belp.

Direkt vor der Tür des Flughafens fährt der AirportBus zur S-Bahn-Station Belp. Mit direktem Anschluss geht es von dort weiter zum Bahnhof Bern. Die gesamte Fahrt inklusive Umsteigen dauert ca. 30 Minuten.

Gute Anbindung: Via Belp erreicht man in einer halben Stunde den Bahnhof in Bern.

Gute Anbindung: Via Belp erreicht man in einer halben Stunde den Bahnhof in Bern.

Hat man ein Hotel innerhalb der Stadt Bern gebucht, so kommt man für den gesamten Aufenthalt in den Genuss des Bern Tickets. Damit hat man freie Fahrt in der Stadt Bern, dem Märzilibähnli, der Gurtenbahn und dem Münsterplattformlift. Der kostenlose Transfer vom und zum Flughafen ist ebenfalls inkludiert. Am Anreisetag gilt die Reservierungsbestätigung für den Transfer zum Hotel als Fahrschein.

Die Glühwein-Rikscha-Tour durch Bern

In Bern angekommen, machen wir uns auf, die Berner Altstadt kennen zu lernen. Wir haben die Glühwein-Rikscha-Tour gebucht. Unser Fahrer Konrad Thern erwartet uns mit dem lustigen Gefährt. Er klappt den kleinen Holztisch zur Seite und wir dürfen einsteigen. Die Bundesstadt liegt im Herzen der Schweiz und mitten in Europa. Bern wurde im Jahre 1191 gegründet und hat rund 140.000 Einwohner. Ein einzigartiges Stadtbild, welches 1983 von der UNESCO als Welterbe ausgezeichnet wurde, erwartet uns. Dieses entdecken wir nun standesgemäß auf der Rikscha.

Die Zytglogge

Die Zytglogge ist ein aus dem Mittelalter stammender Uhrenturm mit astronomischer Uhr und Glockenspiel. Der Turm war das erste Stadttor und ist heute ein bedeutendes Wahrzeichen in Bern. Das stündliche Figurenspiel zieht täglich viele Besucher an: Immer, ca. 3,5 Minuten vor dem Stundenschlag kräht der Hahn und kündigt den bevorstehenden Stundenwechsel an. Kurz darauf dreht der Bärenzug der Stadtwache seine stündliche Runde. Dazu schlägt der Narr, obwohl es noch zu früh ist, bereits die Stunde an seine beiden Glöcklein. Danach kommt Chronos, Gott der Zeit, ins Spiel. Aber wir möchten an dieser Stelle nicht zu viel verraten.

Während man sich im Januar in Bern der zarten Wintermelancholie hingeben kann, halten sich im Sommer viel mehr Touristen in der Stadt auf.

Das Rathaus

Das historische Rathaus ist das politische Zentrum von Kanton und Stadt Bern. Das spätgotische Gebäude wurde im 15. Jahrhundert erbaut.

Die Aare

Die Aare ist der längste gänzlich innerhalb der Schweiz verlaufende Fluss. Sie schlängelt sich durch Bern und umarmt die Berner Altstadt. Im Sommer eignet sich das saubere Aarewasser wunderbar für eine Abkühlung: Mit einem wasserundurchlässigen Rucksack, in dem sie ihre Sachen verstauen, springen die Berner in das erfrischende Wasser, um sich von der Strömung durch den Fluss treiben zu lassen.

Seitenwechsel: Wir überqueren eine der Brücken und fahren ein Stück an der Aare entlang.

Seitenwechsel: Wir überqueren eine der Brücken und fahren ein Stück an der Aare entlang.

Bern und die Bären

Der Legende nach verdankt die Stadt dem Stadtgründer, Herzog Berchtold V. von Zähringen, ihren Namen. Der Herzog soll auf der Aarehalbinsel als erstes Tier einen Bären erlegt haben und mit dieser heroischen Tat war der Stadtname Bern geboren. Unser Rikscha-Fahrer Konrad bezweifelt jedoch, dass das erste Tier wirklich ein Bär war. „Bestimmt war das erste Tier eine Maus oder eine Hase. Aber ein starker Bär war besser für das Image.“ Das ist das Schöne an Legenden: Sie werden immer wieder neu interpretiert und erzählt. Heute leben in Bern die drei Bären Björk, Finn und Ursina im BärenPark auf 6.000 m² direkt am Ufer der Aare. Der Park kann kostenlos besichtigt werden und ist ganzjährig geöffnet. Wir haben die Bären leider nicht angetroffen, denn sie haben sich in die Bärenhöhle zum Winterschlaf zurückgezogen.

Wenn die Bären im Frühjahr aus dem Winterschlaf erwacht sind, können sie im BärenPark besucht werden. (Foto: Bern Tourismus)

Wenn die Bären im Frühjahr aus dem Winterschlaf erwacht sind, können sie im BärenPark besucht werden. (Foto: Bern Tourismus)

Bern – eine historische Stadt

Fährt man durch Bern, so fühlt man sich, wie in eine andere Zeit versetzt. Das unvergleichlich schöne Bild der mittelalterlichen Straßen wäre unvollständig, ohne die vielen Brunnen. In der Berner Altstadt sind elf historische Figurenbrunnen ein Blickfang. Einer davon ist der Gerechtigkeitsbrunnen in der Gerechtigkeitsgasse. Die Brunnenfigur ist eine Statue der Justitia mit verbundenen Augen, die mit der rechten Hand das Richtschwert erhebt und in der linken Hand die Waage trägt.

Mittagessen im Kornhauskeller

Bern hat ein großes Angebot an tollen und individuellen Restaurants und Cafés – das haben wir schon während der Rikscha-Fahrt gesehen. Zu Mittag geht es für uns in den Kornhauskeller. Die Küche des prunkvollen Kellerrestaurants ist mediterran und lokal. In der eigenen Vinothek findet sich zu jedem Gericht der passende Tropfen.

Ein Spaziergang durch Bern

Toll an Bern ist, dass man diese Stadt locker zu Fuß entdecken kann. Zwischen den Häusern sind kleine Fußwege und alles ist nur ein paar gefühlte Schritte weit weg. Ein bisschen Bewegung, aber nicht zu viel.

Die Arkaden (Lauben)

Hört man die Wörter Arkaden und Shopping, so ist man vielleicht geneigt, sich ein überfülltes Einkaufszentrum mit schlechter Luft und gestressten Menschen vorzustellen – womöglich noch an einem Samstagnachmittag. Die Arkaden in Bern sind jedoch das genaue Gegenteil von diesem Szenario. Das Wort Arkade kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Bogen. Reihen sich mehrere Bögen aneinander, sprechen wir von Arkaden. In Bern laden sechs Kilometer lange Arkaden zum Flanieren an der frischen Luft ein. Während anderenorts die Einkaufsstraßen fest in der Hand von internationalen Ketten sind, findet man in Bern viele Handwerksgeschäfte, kleine Modeboutiquen, lokale Delikatessenläden, individuelle Straßencafés und Restaurants.

Die Menschen in Bern

Die Menschen in Bern wirken gelassen und ruhig. Dies liege am Berndeutsch, dem Dialekt, den man hier spricht, lassen wir uns erklären. „Die Silben sind lang gezogen und die Berner sind auch in der Aussprache sehr bhäbig, also gemütlich. Dadurch wirkt der Dialekt sehr freundlich“, so Nicole Schaffner von Bern Tourismus.

Als wir vor dem Rathaus stehen, um noch einige Bilder zu machen, werden wir von Roberto Bernasconi angesprochen. Er ist Vize-Präsident der Sozialdemokratischen Partei und gerade im Wahlkampf. Er lädt uns spontan zu einer privaten Führung durch das Rathaus ein.

Und immer wieder dieser wunderschöne Blick…

Bei einem Spaziergang durch Bern wird man immer wieder mit schönen Ausblicken belohnt. Von der Münsterplattform – einer dem Berner Münster vorgelagerten Terrasse – hat man einen perfekten Blick auf die Aare. Das unterhalb der Altstadt liegende Mattequartier erreicht man bequem mit dem Mattelift.

Schlittschuhlaufen vor dem Bundeshaus

Da auf einem Kurztrip der Spaßfaktor nie zu kurz kommen sollte, begeben wir uns am Abend auf die Kunsteisbahn. Sie ist direkt vor dem Bundeshaus aufgebaut. Bei Disco-Musik und bunten Lichtern kommt Stimmung auf im Volk. Das angegliederte Restaurant versorgt die jungen und alten Eiskunstläufer mit Glühwein und Käsefondue. Brot und Spiele. Das funktioniert auch heute noch.

Nachtessen in Bern

Um diesen langen und erlebnisrechen Tag gemütlich ausklingen zu lassen, suchen wir nach dem Schlittschuhlaufen das Restaurant toi et moi zum Nachtessen auf. Nachtessen, das muss man erklären, bedeutet in der Schweiz ganz einfach Abendessen. Als ich von einem Schweizer das erste Mal zu einem Nachtessen eingeladen wurde, stellte ich mir einen Mitternachtsschmaus im Mondschein vor. Als wir dann ganz klassisch am Abend in ein Restaurant einkehrten, war die Enttäuschung groß. Mit einem Nachtessen meinen die Schweizer ein gewöhnliches Abendessen.

Beim toi et moi ist der Name Programm. Menschen aller Generationen finden hier zusammen. Das Innendesign ist eine gelungene Melange aus klassischer Kunst und poppigen Gegenstände. Bei den Speisen trifft traditionell auf mediterran.

The End

„Sie ist die Schönste, die wir je gesehen haben“, so Johann Wolfgang von Goethe in einem Brief an seine Freundin Charlotte von Stein, als er sich im Jahre 1779 in Bern aufhielt.

Auch wir haben unsere Zeit in Bern sehr genossen und geben gerne zu, dass die Stadt uns überrascht hat und uns in ihren Bann gezogen hat. Bern ist so viel. Historisch. Schön. Stilvoll. Klassisch. Ruhig. Unentdeckt. Eine neue Lieblingsstadt. Bern, wir kommen bald wieder. Dank SkyWork Airlines geht die Anreise von unserer Heimatstadt Köln – im wahrsten Sinne des Wortes – wie im Flug. Und darüber sind wir nach unserer Bekanntschaft mit Bern noch glücklicher als vorher.

Die Schweiz ist ein teures Land, keine Frage. Aber ein Wochenende in Bern ist unserer Erfahrung nach nicht teurer als ein Besuch in einer anderen Metropole. Für das, was man gibt, bekommt man in Bern viel zurück. Informationen und Preise finden Sie in den unten stehenden Links!

Contact & Information

Wine & Dine

Sleeping

*****Bellevue Palace: www.bellevue-palace.ch/de/

Direkt neben dem Bundeshaus gelegen, bietet das BELLEVUE PALACE die einmalige Atmosphäre eines Grand Hotels. Einzigartig ist die Aussicht von der Südterrasse auf Aare und Alpen. Das BELLEVUE PALACE ist das offizielle Gästehaus der Schweizer Regierung und erstes Haus am Platz.

 

****Unique Hotel Innere Enge: www.innere-enge.ch/de

Die Innere Enge verfügt über 26 individuelle und persönlich gestaltete Zimmer. Ein Park mit herrlicher Aussicht auf die Altstadt und die Berner Alpen gehört genauso dazu, wie der internationale Top-Jazzroom „Marians“.

 

***Hotel Alpenblick: www.welcomehotels.ch/de/alpenblick/

Easel Alpenblick:nd trendig und hell eingerichtet.und die Berner Alpen gehört genauso dazu, wie der  Hotels. in charmantes & innovatives Hotel in modernem Alpendesign. Alle 53 Zimmer sind trendig und hell eingerichtet.

 

An- und Abreise

Die Schweizer Fluggesellschaft SkyWork Airlines fliegt im Frühjahr/Sommer 2016 von 19 Destinationen nach Bern. Von Deutschland aus geht es das ganze Jahr via Köln/Bonn, Hamburg, Berlin Tegel und München täglich – außer samstags – nach Bern und zurück. Mehr Informationen unter: www.flyskywork.com/de.

 

Verkehr Stadt Bern

Bern verfügt über ein dichtes öffentliches Nahverkehrsnetz. Pünktlichkeit und kurze Wartezeiten sind obligatorisch. Ab einer Übernachtung in einem Beherbergungsbetrieb innerhalb der Stadt Bern erhält man das Bern Ticket und damit freie Fahrt in Bern. Inklusive sind auch An- und Abreise vom und zum Flughafen Bern-Belp: www.bernmobil.ch/.

Gratis Fahrradverleih von Mai bis Oktober: www.bernrollt.ch/.

Alles über Bern unter: www.bern.com/de/.

 

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