Travel
Schreibe einen Kommentar

Zu Besuch im hohen Norden: Moin Bremerhaven

Bremerhaven_by_night.

Gegründet 1827 als Hafen der Hansestadt Bremen zählt Bremerhaven heute ca. 114.000 Einwohner und wird als einzige deutsche Großstadt an der Nordsee bezeichnet. Bremerhaven ist eine der größten europäischen Hafenstädte und hat viel zu bieten. Wir waren für ein Wochenende dort und haben die Stadt kennen und lieben gelernt.

Unterwegs mit den Seenotrettern In Bremerhaven angekommen blieben wir nicht lange an Land. Die einmalige Gelegenheit eine Kontrollfahrt auf dem Seenotkreuzer zu begleiten wollte genutzt werden. An Bord der Hermann Rudolf Meyer werden wir herzlich von der Crew empfangen. 4 Seemänner übernehmen zwei Wochen lang den Kreuzer – die Dauer einer Schicht. Im Cockpit erzählt uns der Steuermann vom Leben an Bord: Die Crew lebt auf engem Raum, das kann auch mal zu Stress führen, aber zu tun ist immer irgendetwas.

Wenn man zwei Wochen ununterbrochen auf engstem Raum zusammenarbeitet und lebt ist das eine Herausforderung. Jeder hat seine Eigenarten und man muss sich arrangieren. Das klappt bei unseren Seenotrettern gut. Ein geregelter Tagesablauf ist wichtig und auch wenn keine Einsätze anstehen gibt es an Bord genug Aufgaben: Es ist immer etwas zu reparieren, kontrollieren oder aufzuräumen.

 

Die Seenotretter sichern 3.660 Kilometer Küstenlinie von Borkum bis Usedom. Im Jahr 2015 haben sie in Deutschland 55 Menschen aus Seenot gerettet, 941 Hilfeleistungen für Wasserfahrzeuge aller Art erbracht und 400 Mal erkrankte oder verletzte Menschen von Seeschiffen, Inseln oder Halligen zum Festland gebracht. Finanziert werden die guten Taten ausschließlich aus Spendengeldern. Jetzt wo wir darüber nachdenken fallen uns natürlich die rot-weißen Sammelschiffchen ein, die in Eckkneipen, Arztpraxen, an Kassen und auf Fährschiffen auf dem Tresen stehen. Aber auch private Gönner oder Gerettete spenden gerne an die Seenotretter. Informationen und Kontakt zu den Seenotrettern gibt es unter www.seenotretter.de/wer-wir-sind/teams-stationen/ansicht/station/bremerhaven/.

Das Seefischkochstudio

Früher als Fischlehrküche dazu gedacht jungen unverheirateten Hauswirtschaftsschülerinnen das Zubereiten von Fisch beizubringen ist das Seefischkochstudio heute eine moderne Location für Koch-Events. Ob Geburtstag, Weihnachtsfeier oder Event mit einer Reisegruppe – das Seefischkochstudio bietet für jeden Geschmack den richtigen Fisch.

Das Seefischkochstudio. (Foto: Seefischkochstudio)

Das Seefischkochstudio. (Foto: Seefischkochstudio)

Doch man lernt nicht nur viel über Fisch, besonders gut hat uns gefallen, dass Sous-Chef Sebastian Uecker an der Basis anfängt und erst einmal grundlegende Dinge zum Kochen und Lebensmitteln erklärt. Dass Zwiebeln schneiden nicht gleich Zwiebeln schneiden ist, wie wichtig gute Messer sind und wie lange er gebraucht hat um eine Scholle perfekt zu filetieren, erklärt uns Sebastian während wir unter seiner Anleitung ein 4-Gänge-Menü zubereiten. Als Vorspeisen gibt es Krabbensalat und Ingwer-Möhrensuppe mit Garnelen, als Hauptspeise Schollen-Lachsröllchen auf Linsen und zum Dessert Joghurtcreme mit Fruchtpüree. Und auch für den, der kein Fisch-Fan ist und sich nicht bekehren lassen möchte ist gesorgt: Sebastian hat auch Schweinefilets vorbereitet.

 

Ein toller gemeinsamer Abend: Das Kochstudio ist ein geselliger Ort.

Ein toller gemeinsamer Abend: Das Kochstudio ist ein geselliger Ort.

Wer mehr über das Seefischkochstudio erfahren mag oder sich für einen Besuch anmelden möchte, der besucht einfach die Webseite: www.seefischkochstudio.de/.

Das Deutsche Auswandererhaus

Im Deutschen Auswandererhaus kann man selbst auf Zeitreise gehen und sowohl Aus- als auch Einwandern. Ein eindrucksvolles interaktives Museum, das den Besucher auf eine Reise ins Ungewisse schickt und dadurch große Emotionen auslöst. Noch nie hat uns ein Museum so berührt. Für uns das schönste Erlebnis in Bremerhaven.

Ein emotionaler Ort: Das Deutsche Auswandererhaus. (Foto: Kay Riechers)

Ein emotionaler Ort: Das Deutsche Auswandererhaus. (Foto: Kay Riechers)

Auswanderung

Bremerhaven war der größte Auswandererhafen Europas. Zwischen 1870 und 1970 verließen rund sieben Millionen Menschen Europa, um ihr Glück in Übersee, hauptsächlich in Nordamerika, zu versuchen. Doch warum machten sich die Menschen auf eine solch beschwerliche Reise ins Unbekannte auf und ließen ihr altes Leben hinter sich? Die Gründe, Ängste und Sorgen der Auswanderer werden eindrucksvoll dargestellt und wer mag kann in die Rolle eines Auswanderers schlüpfen und sich mit dem persönlichen Schicksal dieser Person auseinandersetzen.

 

Wie erlebten die Auswanderer ihre Atlantiküberquerung? Wie waren die Verhältnisse an Bord? Die detailliert rekonstruierten Schiffsräume veranschaulichen die Reisebedingungen zu unterschiedlichen Epochen: Die Besucher erfahren von den schwierigen Verhältnissen im düsteren Zwischendeck eines Seglers um 1850, stehen inmitten der Schlafsäle und Sanitärräume eines Schnelldampfers um 1880 und sehen den schlichten Komfort, den der imposante Ocean Liner „Columbus“ von 1929 auch in der Dritten Klasse bot.

An Bord in einem Schlafsaal.

An Bord in einem Schlafsaal.

Nach der langen Reise entschied sich in den Einwanderungsstationen, ob man bleiben durfte oder zurück in die alte Heimat kehren musste. Die größte Einwanderungsstation war Ellis Island vor New York.

Einwanderung

Doch nicht nur die Auswanderung, auch die Einwanderung nach Deutschland lässt sich im Auswandererhaus erleben.

Ein Kiosk im Deutschland der 1970er Jahre.

Ein Kiosk im Deutschland der 1970er Jahre.

Was sind die Beweggründe für eine Einwanderung nach Deutschland und woher kamen die Einwanderer? Im Erweiterungsbau des Auswandererhauses finden wir uns im Deutschland der 1970er Jahre wieder. Ein Kiosk, der Kaufhof, ein Reisebüro, ein Friseur, ein Fotogeschäft und auch die Einbürgerungsbehörde sind nachgebaut.

Im Raum für Familienrecherche haben Besucher die Gelegenheit zu einer persönlichen Spurensuche nach ausgewanderten Vorfahren. Die zwei kostenfrei zur Verfügung stehenden Online-Datenbanken ermöglichen den Zugriff auf ein vielfältiges Quellenmaterial.

Im Raum für Familienrecherche kann sich jeder Besucher auf die Suche nach ausgewanderten Vorfahren machen.

Im Raum für Familienrecherche kann sich jeder Besucher auf die Suche nach ausgewanderten Vorfahren machen.

Informationen und einen spannenden „Rundgang“ als Vorgeschmack gibt es auf der Seite des Deutschen Auswandererhauses zu erleben: www.dahbremerhaven.de.

Das Klimahaus

Das Klimahaus liegt wie das Auswandererhaus in den Havenwelten. Die Havenwelten sind das maritime Zentrum Bremerhavens. Mit viel moderner Architektur, einzigartigen Museen und Erlebniswelten hat die Hafenstadt sich ein cooles Image verpasst und ihre Marina tüchtig aufgehübscht. Mit dem Rheinauhafen in Köln, dem Medienhafen in Düsseldorf und der Hafencity in Hamburg können die Havenwelten mithalten. Im Klimahaus kann man sich auf eine spannende Reise rund um die Welt begeben und eine Menge über Klima, Klimawandel und Wetter erfahren.

Das Klimahaus Bremerhaven lädt zu einer spannenden Reise rund um die Welt ein. (Foto: Marcus Meyer)

Das Klimahaus Bremerhaven lädt zu einer spannenden Reise rund um die Welt ein. (Foto: Marcus Meyer)

Offen für andere (Ess-)Kulturen: Als Begrüßungs-Snack werden uns im Klimahaus gegrillte Heuschrecken serviert. Wir probieren und müssen zugeben: Knusprig und lecker.

Begrüßungssnack: Gegrillte Heuschrecken.

Begrüßungssnack: Gegrillte Heuschrecken.

 

 

Die kleine Stärkung vor der ca. zweistündigen Reise, die uns durch die Schweiz, Sardinien, Niger, Kamerun, die Antarktis bis nach Samoa führt, war auch nötig. Denn das Klimahaus hat nicht nur visuell etwas zu bieten, auch die Temperaturen werden dem jeweiligen Land angeglichen. Während man in der Wüste noch schwitzt friert man wenig später in der Antarktis. Auch die Tierwelt wird von kleinen, jeweils landestypischen Tieren repräsentiert. Das macht die Darstellungen im Klimahaus authentisch.

Toll ist auch, dass wir im Klimahaus die Möglichkeit bekommen, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Nur so sieht man, wie viel Arbeit und Organisation dahintersteckt. Die Anlagen müssen regelmäßig gewartet und gepflegt werden, die Tiere wollen gefüttert werden und Taucher kontrollieren die riesigen Aquarien.

 

Unser persönliches Highlight im Klimahaus ist der Sternenhimmel. Hunderte kleine LED-Lampen symbolisieren eindrucksvoll die Sterne und lassen eine mystische Stimmung aufkommen während man mit erhabenem Gefühl durch den Himmel schreitet.

Besonders für Familien mit Kindern ist das Klimahaus eine tolle Idee. Das Klimahaus bietet spezielle Kinder-Führungen an, in denen die Kleinen die Welt entdecken und erforschen können. Informationen zum Klimahaus sind unter folgendem Link zu finden: www.klimahaus-bremerhaven.de/.

Das „Im Jaich Hotel“

Schön an Bremerhaven ist auch die überschaubare Größe und dass man die von uns vorgestellten Orte fußläufig erreichen kann. Mitten in den Havenwelten liegt auch das „Im Jaich Hotel“, in welchem wir übernachtet haben. Umgeben von der Marina hat man hier stets das Meer vor Augen und den Duft der See in der Nase.

Das "Im Jaich Hotel" liegt zentral in den Havenwelten. (Foto: Im Jaich Hotel)

Das „Im Jaich Hotel“ liegt zentral in den Havenwelten. (Foto: Im Jaich Hotel)

Aus allen Zimmern blickt man durch bodentiefe Panoramafenster entweder auf den Yachthafen, die Weser oder den Deich. Die stilvolle Einrichtung der Zimmer wurde von Tischlerhand aus massiver Eiche hergestellt. Natürliche Materialien wie Holz, Baumwolle und Stein sind mit sorgsam ausgewählten Details kombiniert und sorgen so für eine leichte, unbeschwerte Atmosphäre in jedem Raum.

 

Weitere Informationen / Buchungen zum „Im Jaich Hotel“ gibt es unter: www.im-jaich.de/hotel-boardinghouse-bremerhaven/im-jaich-hotel/.

Auf bald, Bremerhaven. (Foto: Ingo Busch, www.reise-wahnsinn.de)

Auf bald, Bremerhaven. (Foto: Ingo Busch, www.reise-wahnsinn.de)

Beautiful Bremerhaven by night.

Beautiful Bremerhaven by night.

Alle Informationen rund um Bremerhaven sind unter www.bremerhaventourism.de zu finden.

 

Verwandte Artikel:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.