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Von Kiel nach Oslo und zurück: Mini-Kreuzfahrt mit Color Line

Nachdem ich im letzten Jahr die Jungfernfahrt eines exklusiven Flusskreuzfahrtschiffes mitgemacht habe, wurde es dieses Jahr Zeit, mal richtig in See zu stechen. Die perfekte Gelegenheit dafür ergab sich mit Color Line. Die Color Line bedient die Route Kiel – Oslo und retour mit ihren zwei Schiffen Color Fantasy und Color Magic. Auf der Mini-Kreuzfahrt kann man gut herausfinden, wie es einem auf einem großen Schiff gefällt und wie einem der Seegang bekommt. Eine Strecke dauert 20 Stunden.

Für meine Begleitung Sandra und mich geht es früh morgens mit dem Zug in Köln los: Wir müssen pünktlich zur Abfahrt um 14:00 Uhr in Kiel eintreffen. Die Anreise mit der Bahn ist unkompliziert. Mit einer Direktverbindung (ohne Umsteigen) kommen wir pünktlich in Kiel an. Der Weg vom Gleis zum Norwegenkai, von wo aus es losgeht, ist ausgeschildert und am Boden mit einer blauen Linie markiert. Nach wenigen Minuten können wir sie schon erblicken: Die Color Fantasy thront im Kieler Hafen. Zusammen mit dem Schwesternschiff Color Magic das größte Kreuzfahrtschiff der Welt mit Fahrzeugdeck, so Anbieter Color Line. Sie verfügt über 15 Decks und kann bis zu 2.400 Passagiere beherbergen.

Das Schiff erreichen wir bequem über das Color Line-Terminal. Unseren Buchungscode, welchen wir vorab als SMS aufs Handy bekommen haben, geben wir in einen Check-in-Automaten ein, welcher uns dann unsere Bordkarten druckt. Mit diesen gehen wir aufs Schiff.

Welcome on board

An Bord lassen wir das Szenario bzw. die Promenade erst einmal auf uns wirken. Der Weg zu unserer Kabine führt vorbei an Restaurants, Bars und Geschäften. Die ersten Passagiere haben schon im Pub Platz genommen und beobachten die einsteigenden Gäste.

Unsere Kabine

Wir beziehen unsere 3-Sterne-Kabine mit Meerblick. Zugegeben, mit 10,5 m² ist die Kabine recht klein. Insbesondere, wenn die Betten heruntergeklappt sind, ist die Bewegungsfreiheit sehr eingeschränkt – man muss aufpassen, dass man nicht über das Gepäck stolpert. Das Mobiliar ist etwas in die Jahre gekommen, aber es ist alles funktionsfähig und erfüllt seinen Zweck. Schön ist der Meerblick aus dem Bullauge. Und hat man sich so richtig schön ins Bett eingekuschelt, dann ist es in der kleinen Kabine sehr gemütlich. Das Bad ist mit Waschbecken, WC und einer Duschkabine ausgestattet. Wer empfindliches Haar hat, der sollte seine eigenen Pflegeprodukte mitbringen. In der Dusche gibt es lediglich ein Standard-Produkt für Körper und Haare.

Neben der 3*-Kabine gibt es auch noch 4*- und 5*-Kabinen. Das Frühstück ist jeweils an die Kabinenkategorie gekoppelt: 3* = Grand Buffet, 4* = Oceanic a la carte, 5* = Observation Lounge. Alle Buchungsoptionen sind hier zu finden.

Das Color Spa & Fitness Center

Die meiste Zeit sind wir aber während der 20-stündigen Hinfahrt ohnehin nicht auf der Kabine. Dazu gibt es auf dem Schiff viel zu viel zu entdecken. Den Nachmittag verbringen wir im Color Spa & Fitness Center. Der Eintritt für Spa & Fitness beträgt 17,10 Euro. Ein Kombi-Ticket für Hin- und Rückreise kostet 28,60 Euro.

 

Neben einem gut ausgestatteten Fitness-Bereich stehen den Gästen zwei Whirlpools, eine Sauna und ein Dampfbad zur Verfügung. Es können verschiedene Massage-, Haut- und Gesichtsbehandlungen gebucht werden. Zum Relaxen stehen zudem sehr bequeme Massagesessel mit Ausblick auf das Meer zur Verfügung. In Whirlpool und Sauna zu entspannen, während man sich auf hoher See befindet, hat schon etwas. Zwischen Sauna und Pool kann man es sich mit frischem Obst und einem Drink im Loungebereich gemütlich machen. Spa & Fitness sind sehr schön und gepflegt, hier kann man es aushalten. Also, Bikini oder Badehose nicht vergessen.

Dinner im Grand Buffet Restaurant

Am Abend der Hinfahrt speisen wir im Grand Buffet Restaurant. Das Abend-Buffet exklusive Getränken liegt bei 37,10 Euro pro Person. Für den Betrag bekommt man mit dem norwegischen Buffet eine Menge geboten.

Einige Buffet-Impressionen:

 

Ein abwechslungsreiches Buffet, das man in gediegenem Ambiente mit Live-Klaviermusik im Hintergrund zu sich nehmen kann. Eine Reservierung ist empfehlenswert. Es kann hier zu verschiedenen Zeiten reserviert werden, das Buffet wird für jede Gruppe neu hergerichtet. Kommt man also zu späterer Stunde, so braucht man keine Angst zu haben, auf ein heruntergewirtschaftetes Buffet zu treffen. Im Gegenteil: Wir haben für 20:00 Uhr reserviert und haben das Restaurant am Ende mit „abgeschlossen“. Wer gern einen Wein trinkt, der sollte sich beim Kellner nach einem guten Angebot erkundigen. Wir haben eine Flasche Wasser + eine Flasche sehr guten Weißwein für umgerechnet 35,00 Euro geordert. Eine tolle Empfehlung unseres Kellners.

God morgen, Norge!

Da wir aufgrund unserer Anreise von Köln nach Kiel schon früh aufgestanden waren, haben wir uns nach dem Abendessen direkt in unsere Kabine begeben. Die Nacht war an einigen Stellen etwas unruhig und es schwankte ein bisschen. Es war ungewohnt, aber nicht unangenehm. Man ist schließlich auf dem Schiff.

Vor dem Frühstück begeben wir uns erst einmal auf das Sonnendeck. Hier kann man sich ordentlich den Wind um die Nase wehen lassen und ist nach ein paar Minuten richtig durchgepustet. Tut aber richtig gut, man fühlt sich so frisch wie nach einem Workout.

Frühstück im Grand Buffet Restaurant

Das Frühstück wird im Grand Buffet Restaurant serviert. Die Atmosphäre ist nicht ganz so entspannt und gediegen, wie sie es in den Abendstunden war. Hier bekommen wir zum ersten Mal aktiv zu spüren, dass die Schiffe der Color Line gut ausgelastet sind. Viele Gäste drängen sich um das Buffet und auch, wenn das Personal stetig nachlegt, fehlt doch an der ein oder anderen Stelle etwas. Kein Vergleich zum gestrigen Abend. Wir schaffen es jedoch, uns einen Fensterplatz zu sichern und genießen unser Frühstück mit viel frischem Obst während wir den 100 km langen Oslofjord entlang fahren.

Ankunft in Oslo

Nach dem Frühstück räumen wir unsere Kabine, denn wir werden heute nicht auf das Schiff zurückkehren. Wir bleiben eine Nacht im Hotel in Oslo und fahren morgen um 14:00 Uhr mit der Color Magic zurück nach Kiel.

Über unseren Aufenthalt in Oslo wird es in Kürze einen separaten Artikel mit vielen Tipps und tollen Bildern geben. Wir hatten richtig Glück mit dem Wetter – Oslo hat sich uns von seiner Sonnenseite präsentiert.

Rückfahrt mit der Color Magic

Die Rückfahrt treten wir am nächsten Tag um 14 Uhr mit der Color Magic an. Das Color Line Terminal in Oslo ist gut zu erreichen, wir fahren von unserem zentral gelegenen Hotel mit dem Uber 10 Minuten.

Die Color Magic unterscheidet sich kaum von der Color Fantasy. Würde es nicht draußen und an der Promenade stehen, würde man denken, man sei auf dem selben Schiff. Der Vorteil: Wir sind sofort orientiert und kennen alle Wege noch von der Hinfahrt. Wir beziehen wieder eine 3-Sterne-Kabine und legen unser Gepäck dort ab.

Observation Lounge

Direkt nach Abfahrt machen wir uns auf den Weg zur Observation Lounge. Hier oben auf Deck 15 hat man einfach den besten Panoramablick auf das Meer. Bei einem Cocktail stoßen wir an und genießen die Aussicht. Die Observation Lounge ist sehr beliebt, insbesondere direkt nach der Abfahrt finden sich hier viele Gäste ein. Man sollte also möglichst früh einchecken und sich zügig in die Lounge begeben. Wir sind etwas spät, aber ein freundlicher Norweger hat an seinem Tisch noch zwei Plätze frei. Er erzählt uns, dass er „under cover“ auf dem Schiff sei. Nur eine Person wisse, dass er sich hier an Bord befinde. Das Handy sei in der Kabine. Er suche Entspannung vom stressigen Alltag und finde sie an Bord der Color Line. Eine Schifffahrt zur Entspannung – eine tolle Sache. Man ist jeweils für 20 Stunden auf dem Meer und in einer eigenen kleinen „Schiffswelt“.

Wir lassen uns noch ein Krabben-Sandwich schmecken und machen uns danach auf den Weg in die Kabine. Um 19 Uhr wollen wir zur großen Show und vorher möchten wir uns noch etwas ausruhen.


Bibliothek

Zur Observation Lounge gehört auch die „Bibliothek“. Hier sitzt man etwas opulenter und ruhiger.

Die Show

In der Show-Lounge findet auf der Color Magic auf der Reise Oslo – Kiel die „Atlantic Crossing“ statt. In der Show wird Popmusik von beiden Küsten des Atlantiks toll in Szene gesetzt. Man kann hier zu cooler Rockmusik von Lenny Kravitz abgehen oder Gänsehaut-Feeling bei Songs von Adele erleben. Die Show ist sehr mitreißend und man fühlt sich gut unterhalten. Damit man die Show perfekt mit dem Abendessen vereinbaren kann, findet sie zweimal pro Abend statt, einmal um 19:00 Uhr und einmal um 21:00 Uhr.

Das Highlight: Dinner im Oceanic

Unser persönliches Highlight auf der Schifffahrt ist unser letzter Abend. Nach der Show haben wir eine Tischreservierung im Oceanic à la Carte Restaurant. Das gehobene Restaurant liegt wunderschön am Heck des Schiffes. Durch die 8 Meter hohen Panoramascheiben hat man den besten Ausblick auf das Meer. Einfach der Wahnsinn! Allein wegen der Aussicht würde sich ein Besuch hier schon lohnen. Aber auch die Speisen sind exzellent und machen den Abend auch kulinarisch zu einem Erlebnis.

Das Menü reicht von Klassikern über saisonale Spezialitäten bis hin zu spannenden Gerichten der weltweiten Küche. Ich wähle das Kalbsfilet mit Kartoffel-Béarnaise, Sherry Glace, halbgetrockneten Pflaumentomaten, eingelegten Zwiebeln und Spargel der Saison. Sandra entscheidet sich für das Pfeffersteak mit sizilianischer Caponata, Pfeffersauce und karamellisierten Schalotten. Beide Gerichte schmecken vorzüglich und das Fleisch ist on point zubereitet. Wir lassen uns dazu einen schönen Wein schmecken und genießen unseren letzten Abend mit Blick auf das Meer. Als Dessert ordere ich frische Erdbeeren mit Mascarponecreme, ebenfalls ein wahrer Genuss. Das Dinner im Oceanic ist der krönende Abschluss unserer Mini-Kreuzfahrt. Und eine absolute Empfehlung: Wer mit der Color Line unterwegs ist, der MUSS das Oceanic ausprobieren. Es muss auch nicht zwingend ein Fensterplatz sein, wir saßen auch etwas weiter zurück – die hohen Fenster bieten eine grandiose Sicht! Die Preise sind entsprechend der Location und der Qualität der Speisen angemessen – man zahlt für ein hervorragendes 3-Gänge-Menü umgerechnet ca. 47,00 Euro. Der Service war aufmerksam, aber nicht aufdringlich, so wie es sein sollte.

 


Die Stimmung im Oceanic ist magisch. Der Blick auf das offene Meer ist einzigartig. Wann hat man schon die Gelegenheit in so einer Stimmung ein Abendessen zu genießen?

Last Farewell in der Bar

Nach dem Essen gehen wir die Treppe vom Oceanic hoch, um direkt in der Bar erneut Platz zu nehmen. Bei Live-Piano Musik und Gesang darf es hier gerne noch ein Abschiedsdrink sein. Die Stimmung ist heiter, aber niveauvoll. Neben uns am Tisch sitzt eine Ladies-Runde, eine der Damen singt und tanzt begeistert mit. An einem anderen Tisch spielt eine Familie Karten. Viele unterschiedliche Menschen, und doch haben alle – zumindest während der Mini-Kreuzfahrt – dasselbe Ziel.

Ankunft in Kiel

Nach einer sehr ruhigen Nacht frühstücken wir im Grand Buffet Restaurant, packen unsere Koffer und gehen aufs Sonnendeck. Dieses macht seinem Namen heute alle Ehre: Bei der Einfahrt in den Kieler Hafen strahlt die Sonne vom blauen Himmel. Perfekt, um die Hafeneinfahrt draußen zu genießen.

 

Tipp: Macht es so wie wir, lasst eure Koffer gepackt in der Kabine und erlebt die Einfahrt nach Kiel „open air“. Ihr habt danach noch genug Zeit, die Koffer abzuholen und von Bord zu gehen. Es dauert ohnehin ein wenig, bis alle Passagiere das Schiff verlassen haben. Und nach dieser schönen Zeit an Bord möchte man eigentlich auch gar nicht gehen.

Das war sie nun also, unsere erste „richtige“ Kreuzfahrt. Das Fazit: Ein ganz tolles Erlebnis. Das Gefühl, an Bord eines so riesigen Schiffes zu sein und während man isst, trinkt, Wellness macht und schläft circa 700 km zurückzulegen, ist einmalig.  Der frische Wind und das Gefühl von Freiheit auf dem Sonnendeck, das Abendessen im Oceanic mit Kerzenschein und Meerblick, das Krabbensandwich mit der besten Aussicht von der Observation Lounge – es gibt so viel zu erleben auf dem Schiff, da reichen 20 Stunden fast nicht aus. Die Mini-Kreuzfahrt ist der perfekte Einstieg für diejenigen, die sich – so wie wir – langsam an das Thema Kreuzfahrt herantasten wollen. Und es gibt noch einen guten Grund, mit der Buchung nicht lange zu warten: Vom 21.06. bis zum 14.07.19 bietet Color Line tolle Sonderkonditionen an. Die Mini-Kreuzfahrt inkl. Hotel gibt es für die Reisemonate Juli – Oktober bereits ab 205,00 Euro pro Person. Alle Informationen findet ihr hier.

Dieser Artikel ist in Kooperation mit der Color Line GmbH entstanden. Vielen Dank für die freundliche Zusammenarbeit!

 

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7 Kommentare

  1. Also das Oceanic wäre voll mein Ding. Wunderschön! Ich war aber überrascht, dass Du Dich nicht in einer Suite einquartiert hast. 😉
    Schöner Bericht, macht Laune auch mal wieder zu cruisen.

  2. Heike sagt

    Hallo, ich gehe gern auf Kreuzfahrt, auf unserer ersten Fahrt hatten wir eine Suite mit Badewanne. Eine Badewanne auf dem Schiff, das fand ich schon genial. Und natürlich mit Balkon. Ich glaub mir wäre die Kabine zu klein und dann die Betten runterklappen. Wie sieht es mit W-Lan auf dem Schiff aus´? Grüsse aus Düsseldorf, Heike

    • Amrei Ines sagt

      Hallo liebe Heike, ja, es gibt W-LAN an Bord. Alle Infos dazu gibt es hier: https://www.colorline.de/service/internet-und-telefonie-an-bord. Ich selbst war primär via Mobilfunk-Netz im Internet, da hat man auf hoher See zwar nicht immer Empfang, aber wenn man welchen hat, dann ist das Mobilfunk-Internet meist kostenlos, weil alle beteiligten Länder in der EU sind oder wie Norwegen ein Rahmenabkommen mit den Mobilfunkanbietern haben, sodass keine Mehrkosten entstehen. Beste Grüße!

    • Amrei Ines sagt

      Eine kleine Anmerkung hinsichtlich der Benutzung des Smartphones habe ich noch: Man kann die mobilen Daten nutzen, aber man muss vorsichtig sein, dass das Handy sich nicht versehentlich mit einem Satelliten verbindet, denn das kann sehr teuer werden. Color Line hat darauf einen Einfluss und empfiehlt daher immer die mobilen Daten auszustellen.

  3. Fitnessstudio finde ich auf dem Schiff ganz gut, man isst ja doch sehr viel, aber das Kosmetikstudio ist für mich etwas überflüssig, wobei ich weiss, dass viele Leute gerne dort vorbeischauen und vor allem was Neues ausprobieren wollen. Jedem das Seine.

    • Amrei Ines sagt

      Ja, es ist schon erstaunlich, was man heutzutage so alles auf einem Schiff erleben bzw. machen kann. Offensichtlich wird das Kosmetik-Angebot von den Gästen angenommen und dann hat es auch seine Berechtigung. Ich habe es aber nicht getestet und kann mir kein Urteil darüber erlauben. Liebe Grüße!

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